Straßenkreuzer

Das Sozialmagazin

Leserbriefe

Leserbriefe bitte an den
Straßenkreuzer e.V.
Ilse Weiß
Glockenhofstraße 45, 90478 Nürnberg
Fax 0911 4318671
E-Mail: post(an)strassenkreuzer.info

Die Veröffentlichungen in dieser Rubrik geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Der Straßenkreuzer behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.


Wie immer habe ich Ihre Zeitschrift mit Interesse gelesen, zumal wir in Erlangen uns derzeit intensiv mit der "Mittagessensfrage" befassen.
Wir wurden dadurch alarmiert, dass Eltern ihre Kinder in den Kindertagesstätten vom gemeinsamen Essen abmeldeten. Bei 99 Cent für Mittagessen im Hartz IV Satz und 2,50 Euro (oder mehr) fürs Essen in der Kita ist das kein Wunder.
Der Alg2 Satz für Kinder und Jugendliche muss dringend angehoben werden, weder Essen noch Schulkosten sind auch nur annähernd ausreichend. Erlangen hat eine Schulepauschale eingeführt (30 Euro pro Schulkind pro Jahr, wird unbürokratisch ohne Antrag überwiesen) und wird auch bei der Finanzierung des Mittagessens einsteigen müssen. Wir setzen hier kommunales Geld für eine Bundesaufgabe ein, weil wir die Not sehen. Dennoch hoffen wir, dass der Bund seine Pflicht erkennt, damit wir unser städtisches Geld für ebenso dringend erforderliche Maßnahmen im Bereich der Integration, soziokulturelle Stadtteilarbeit usw einsetzen können.
Ich danke Ihnen für Ihre fundierten Artikel und wünsche Ihnen weiterhin so motivierte Mitarbeiter!

Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen


Erstmals habe ich Ihre Zeitung gelesen und bin an das Cover etwas skeptisch herangegangen. „Wer glaubt, wird selig" klang wie eine einseitige Tendenz.
Umso begeisterter war ich über die Umsetzung und den offenen Umgang mit dem Thema Glaube.
Bis auf den Artikel „Was hätte er für Chancen haben können!" war Ihre Zeitung offen und weitestgehend objektiv. Vorgenannter Artikel klingt, als würde die Nürnberger Stadtverwaltung Überstunden schieben und nachts um den Schlaf gebracht werden, weil sie die betreffende Person nicht „abschieben" kann.
Bis zum nächsten Straßenkreuzer in Nürnberg übersende ich Ihnen herzliche Grüße aus München.

Sascha Weigelt, München


Ich bin selbst kein ständiger Leser des Straßenkreuzers, fühlte mich aber durch das Thema zur Osterzeit interessiert angesprochen. Mein Gedanke: Was denken die wohl vom wichtigsten Fest der Christen?
Die Breite der Darstellungen ist in dieser Ausgabe enorm, denn es gibt ja auf der Welt wirklich viele Weisheiten wie der Mensch selig werden kann. Deutlich wird auch, dass letztlich die Religionen keine 100%-Antwort haben.
So allein gelassen hätte ich mir dann doch noch die Antwort gewünscht, die Jesus Christus selbst gab und auch heute noch gibt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Wer an ihn glaubt, ist selig.

Wolfgang Schmidt, Wilhermsdorf


Ich habe vorhin gewohnheitsmäßig im Vorübergehen den Straßenkreuzer 1/2007 gekauft, bin im Gegensatz zu meiner bisherigen Gewohnheit beim ersten Aufenthalt gleich darin versunken und musste mich gegen Mitte der Zeitschrift von ihr losreißen.
Jetzt folge ich dem spontanen Bedürfnis, Ihnen zur Ausgabe "Querdenker" ein ganz dickes Kompliment auszusprechen.

Eberhard Schneider, Nürnberg


Vor einiger Zeit bin ich von München nach Nürnberg gezogen und lese seitdem stets mit großer Freude und Vergnügen Ihren "Straßenkreuzer".
Ich möchte Ihnen für all Ihr Engagement und all die Mühen danken, die Sie in diese wirklich lesenswerte Zeitschrift stecken. Wird doch auf einzigartige Weise auf das Los der Obdachlosen aufmerksam gemacht, so dass der Außenstehende dahin geführt wird, wird diese Bevölkerungsgruppe Verständnis und Wohlwollen aufbringen zu können: die Wahl der Themen für jedes Heft und seine vielgestaltige Entfaltung sind wunderbar gelungen! Ein bisschen vergleiche ich Ihre Zeitschrift immer mit dem Münchner "BISS", der aber m.E. Ihr Niveau und Ihr Engagement wohl nicht erreichen kann.

Gilbert Kutscher, Nürnberg


Der "Strassenkreuzer" ist seit langem ein fester Bestandteil unserer Lektüre.
Am Anfang mit dem Hintergrund, da hier nicht einfach einer bettelnder Hand etwas gegegen wurde sondern weil aufrichtig, ehrlich Leistung und Gegenleistung aufeinandertrifft und obendrein der Preis nach oben jederzeit beliebig aufgerundet werden kann.
Allerdings hat Inhalt und Aufmachung absolut überrascht und so ist es eine feste Lektüre geworden - der Verkäufer hat's verdient und wir haben in der Familie Information und Blick in eine Welt die wir sonst nicht sehen würden.
Denn inzwischen braucht man nicht fremdes Leben ausserhalb des Sonnensystems suchen, sondern hier erlebe ich wer weiß wieviele fremde Lebenswelten die einander nicht kennen und eigentlich nicht begegnen. Kulturell - Sozial - Intellektuell - sauber getrennte Schichten die sich höchstens bei Aldi an der Kasse treffen.
Aber darum geht's mir eigentlich nicht - Euer letztes Heft hat mich wie schon lange nicht angesprochen, allerdings diesmal nicht spezifisch von den Texten, sondern die Art und Gestaltung der Fotos / Bilder ist diesmal erste Sahne.
Große Formate, sehr intensiv Porträt-Artig, intensive Farben, eingefangene Stimmung - das Porträt von "Futzi", die Kinder der Fam. Dix, der verschmitzte Pfr. Wuchterl, die Collage über Euch selbst - einfach sehr gut!
Herzlichen Dank für diesen tollen Dienst!
Gesegnete Advents- und Weihnachtstage, Gottes Segen und Kraft für Euren Dienst im neuen Jahr!

Thomas Zuhr, Fürth


Liebe Redaktion,
gerne und oft lese ich den Strassenkreuzer, wobei ich beim Kaufpreis stets sehr grosszügig bin. Aufmachung und Inhalt gefallen mir und ich habe grossen Respekt vor dem weitgehend ehrenamtlichen Projekt.
Ihr Artikel "Im Namen der Religion", mit "Carlo" unterzeichnet, findet in seiner generellen Aussage meine volle Zustimmung. Was ich aber absolut daneben, arogant und schlicht schnoddrig finde, ist der Satz "Was dazu führte, dass die Legende von Jesus Christus fruchtete". Jeder, der sich ein bisschen mit Geschichte befasst, kann nicht ernsthaft schreiben, dass Jesus eine Legende ist. Dabei beziehe ich mich durchaus nicht nur auf die Bibel, die aber sehr wohl ein ganz wichtiger Verweis auf Jesus ist, wenngleich hier sicher manches orientalisch gleichnishaft geschildert wird. Dieser hier gezeigten Provokation, Jesus in einem ernst gemeinten Artikel als Legende zu bezeichnen, muss in aller Form widersprochen werden. Schade, dass Sie sich auf dieses Niveau begeben!

Heinz-Jörg Müller, Tuchenbach


Als Tierfreundin habe ich mir in der letzten Zeit so meine Gedanken über meine zwei Hunde Rico und Nessy gemacht. Wie gehen die beiden miteinander um und wo können wir Menschen uns da noch was abschauen? Trotz vorhandener Rangordnung stehen die beiden füreinander ein und kümmern sich immer um den anderen.
Und wie ist das bei uns Menschen?
Hunde brauchen ein Rudel, zu dem sie gehören. Von dem sie gestärkt und akzeptiert werden. Sie brauchen ein Plätzchen zum Wohlfühlen und jemanden, der sie liebt.
Was passiert mit uns, wenn uns niemand braucht?
Was passiert mit uns, wenn wir keinen Rückzugsort haben, an dem wir uns wohl und sicher fühlen?
Was passiert mit uns, wenn uns niemand liebt, niemand uns sucht und niemand lobt?
Was passiert dann mit uns?
Was passiert mit uns, wenn niemand mit uns spricht und nur noch Leere da ist?
Bei diesen Fragen kann man sehen, dass viele dieser Bedürfnisse sich nicht auf Tier oder Mensch beziehen, sondern universell sind. Bei den Tieren sind sie jedoch oftmals schon von Natur aus geregelt. Wir Menschen hingegen tun uns manchmal gerade mit solchen grundlegenden Bedürfnissen schwer. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der alles immer unpersönlicher und anonymer wird, finde ich, dass wir diese Bedürfnisse nicht vergessen dürfen.

Blandine Steiner aus Schwabach


Als ehrenamtliches Mitglied der Aids-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth sammle ich des öfteren in der Nürnberger Innenstadt Spenden. Dabei habe ich schon viele unterschiedliche - teils erfreuliche, teils nicht so erfreuliche - Erfahrungen gemacht. Eine hat sich jedoch bei mir besonders eingeprägt und von dieser möchte ich euch erzählen.
Als ich letzten Dezember vor der Lorenzkirche stand und trotz Wind und Wetter Spenden sammelte, erblickte ich plötzlich eine Straßenkreuzer-Verkäuferin. Ich ging zu ihr hin, bat um eine Zeitschrift und bezahlte mit einer Zwei-Euro Münze. Ich gebe immer ein bisschen mehr als 1,60 Euro, damit auch noch ein kleines Trinkgeld für den tapferen Verkäufer dabei heraus springt. Zu meinem Erstaunen steckte die Verkäuferin das erhaltene Trinkgeld jedoch nicht in die Tasche, sondern verlangte nach meiner Büchse. Ohne ein Wort zu sagen schmiss sie ein paar klimpernde Münzen in meine Spendenbox. Ich weiß zwar nicht wieviel sie einwarf, aber eins weiß ich sicher, es war mehr als das bloße Trinkgeld, das sie von mir erhalten hatte.
Diese Geste, von einer Frau, die selbst nicht viel zum Leben hat und trotzdem gerne ein paar Groschen spendet, hat mich tief beeindruckt und mir eine innere Freude bereitet.

Andrea Bail, Nürnberg


Hallo liebe Straßenkreuzerredaktion,
haben Sie ein Augenblick Zeit ein paar Gedanken zu lesen?

In der letzten Woche kamen wir am Arbeitsplatz auf das Thema soziale Not. Wie schnell alles gehen kann, heute noch einen gut bezahlten Job und morgen vor dem Nichts stehen. Ich bin leitender Angestellter in einem Unternehmen und ich kann sagen, dass es mir und meiner Familie gut geht. Klar, ich habe einen 11-Stundentag, O.K., aber das nehme ich gerne in Kauf. Unter anderem kamen wir auf das Thema Straßenkreuzer, und dass man (ich, jeder?) damit etwas Gutes tun kann.
Heute Vormittag war ich in der Stadt , -8 Grad, sehr ungemütlich und kalt. Ich war auf dem Wege zu meiner Hausbank, meine derzeitige Wohnung soll verkauft werden und wir tragen uns mit dem Gedanken die Wohnung zu kaufen. Nach dem Gespräch, was nicht so verlief wie ich erhofft hatte kam ich an einem Verkäufer des Strassenverkäufers vorbei. ?Plötzlich hatte ich dieses Gefühl, was vor kurzem noch nicht da war. Gutes tun, wie kann ich mit 1.60 EUR etwas Gutes tun?
"Du machst Dir Gedanken ob und wie Du Deine Wohnung finanzieren kannst, trotzdem noch in den Urlaub fahren und den Zweitwagen der Frau mit versorgen"? Ich bin der Meinung der Verkäufer, der an der Ecke stand hätte sehr gerne meine Probleme ... Wenn das alles ist ...
Hut ab, vor Menschen die wirkliche Probleme haben und sich nicht in Drogen flüchten. Hut ab, vor jeden Menschen der bei -8 Grad im Freien steht um eine Zeitung zu verkaufen an der er 90 Cent verdient.
Kurz um, ich habe einen Straßenkreuzer gekauft und der freundliche Verkäufer hat gelächelt und mir einen schönen Tag gewünscht. Ich habe jeden Tag mit vielen Menschen zu tun, nur lächeln und freundlich sein können die wenigsten. Klar wir haben andere Probleme, wir sind der Meinung unsere Probleme sind die Größten, nein, unsere Probleme sind unwichtig, da draußen gibt es Menschen die haben wirkliche Probleme. Vielleicht werde ich irgendwann mal richtig helfen können, ich wünsche es mir...

Stefan Sander, 90455 Nürnberg


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