Straßenkreuzer

Das Sozialmagazin

Pressespiegel

Ganz unten in Nürnberg
Führung zu den Schattenseiten des Nordens

Ungewöhnliche Orte, die ungewöhnliche Geschichten erzählen: Bei «Schicht-Wechsel» lernt man die Nordstadt aus der Perspektive von Armen und Obdachlosen kennen.
Bertram Sachs weiß, wovon er spricht. Der 50-jährige Nürnberger war selbst ein Jahr «auf Platte», also obdachlos. Die Orte, zu denen er die rund 20 Zuhörer führt, kennt er aus eigener Erfahrung. Etwa die Fachstelle für Wohnungsfragen und Obdachlosigkeit des Sozialamtes am Kirchenweg 56. Hier startet die rund zweistündige Führung. Als Sachs vor fünf Jahren wieder ein Dach über dem Kopf haben wollte, verhalf ihm jenes Amt zu einem Platz in einer privaten Pension. Eine Zwischenstation.

Mord als Schlüsselerlebnis

«Ich wollte nicht in einem Dreibettzimmer mit lauter Alkoholikern und Leuten, die sich nicht waschen, wohnen», erzählt er. Ein Mord im Nachbarzimmer war ein «Schlüsselerlebnis», das er für den Absprung brauchte. Sechs Wochen später vermittelte ihm die Stadtmission eine Wohnung. Sachs: «Ich bin den Mitarbeitern dort zu Dank verpflichtet, dass sie so schnell geholfen haben.» Aber dazu später.
Zweite Station Friedrich- Ebert-Platz: «Ein ganz wichtiger Ort», zumindest früher - vor den Zeiten des U-Bahn-Baus. Damals standen nicht nur mehr Bäume hier, der Platz war auch ein beliebter Treffpunkt von Leuten mit wenig Geld, die hier ihr Bier getrunken haben. «Denn nicht jeder kann sich einen Besuch im Biergarten leisten», erzählt Sachs. Schon damals kontrollierte die Polizei stichprobenweise, aber jetzt käme es immer wieder vor, das man teilweise bis zu sechs Mal am Tag seine Papiere zücken müsse. «Eine Verdrängungspolitik, weil die U-Bahn kommt», kritisiert Sachs, der die Gruppe zum nächsten Ziel führt: Domus, das Haus der Barmherzigkeit, an der Pirckheimerstraße. Es befindet sich seit 1930 - mit Unterbrechung während des Zweiten Weltkrieges - in der Trägerschaft des Caritas-Verbandes.
«Achtung, bitte achten Sie auf ihre Wertgegenstände» steht in großen Lettern an der Tür der Notschlafstelle für Männer im Rückgebäude. In zwei Zimmern drängen sich je neun Betten, auf denen Rucksäcke und Plastiktüten auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten. Anders als in der städtischen Notschlafstelle für Männer in der Großweidenmühlstraße, die wegen ihrer Lage keinen Platz in der Tour gefunden hat, befinden sich die Zimmer nicht im Container oder Keller, sondern im Erdgeschoss. «Die Räume sind zu 98 Prozent übers Jahr belegt», informiert die Sozialarbeiterin Kornelia Wagner.
Ferner betreuen die Mitarbeiter 35 wohnungslose Männer mit sozialen Schwierigkeiten, die hier leben. Das dritte Standbein ist die traditionelle Armenspeisung. Auch hier habe «vor ein paar Jahren Hartz IV eingeschlagen», sagt die Sozialarbeiterin. In dieser Zeit sei die Zahl von anfangs 60 auf inzwischen 120 Personen gestiegen, am Monatsende strömen gar 150 hungrige Menschen hierher.
Der nächste Halt ist wenige Hausnummern entfernt vor der Stadtmission, die hier betreutes Wohnen mit 54 Plätzen und eine offene Beratung für Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind, anbietet. «Es führen viele Wege in die Wohnungslosigkeit», weiß Einrichtungsleiterin Heidi Ott,«es gibt nicht die typische Biografie.»
Im Fall von Bertram Sachs, einer von durchschnittlich 350 Ratsuchenden pro Jahr, sieht seine Geschichte so aus: Nach einer viermonatigen Haftstrafe hatte der gelernte Lagerist seine Wohnung und seinen Job verloren. Dank Vermittlung der Stadtmission konnte der Hartz-IV-Empfänger, nachdem er ein Jahr auf Platte war, wieder eine Wohnung beziehen. Auch das erzählt er auf der Führung, zu der übrigens die SPD-Landtagskandidaten Angelika Weikert und Jonas Lanig eingeladen hatten, um Einblicke in das Leben sozialer Randgruppen zu gewähren und, so Weikert, «diese in die politische Arbeit mitzunehmen». Weiter geht es zur Burg, wo der 50-Jährige an einen ehemaligen Treffpunkt für Sandler in den 70- und 80er Jahren erinnert, «an dem fast nie kontrolliert wurde», zur letzten Station: das Haus eckstein an der Burgstraße. Hier wird sonntags ein Obdachlosenfrühstück aufgetischt, das rund 300 Menschen nutzen. «So richtig mit Bedienung, damit die Leute das Gefühl haben, sie sind was wert», erzählt Sachs.

«Ich habe Hunger»

Zum Schluss gibt er den Zuhörern noch Nachdenkliches auf dem Weg und berichtet von Menschen, die bereits in der dritten Generation von staatlicher Hilfe leben und nicht mehr in der Lage seien, für sich selbst zu sorgen und zu kochen. Und von einem Obdachlosenfrühstück im eckstein, bei dem eine Neunjährige mutterseelenallein am Tisch saß. Auf die Frage, wo denn ihre Eltern seien, erwiderte das Mädchen: «Die schlafen noch». Und wie sie hierher käme? «Ich habe Hunger.»

Claudia Beyer, Nürnberger Nachrichten vom 17.9.2008


Texte voll Witz und Selbstironie

Seit 1994 gibt es das Sozialmagazin «Straßenkreuzer». Fast genauso lange liefern die Mitglieder der Schreibwerkstatt für jede Ausgabe die Texte für eine Doppelseite. Einen Querschnitt der Arbeiten legt der «Straßenkreuzer» jetzt in Buchform vor.
«Eigengewächse» heißt der Titel des liebevoll gestalteten, schmalen Büchleins in elegantem, leuchtend grünem Leineneinband mit orangefarbenem Lesebändchen. Auf 130 Seiten finden sich rund 60 Gedichte und Geschichten von besonderem Reiz. Die Texte – Lyrik und Prosa – sind durch die Bank authentisch und schnörkellos, stecken voll Witz und Selbstironie.
Zusammengestellt hat sie Martina Tischlinger, die dafür sämtliche Ausgaben des «Straßenkreuzer» durchforstete, die seit Bestehen der Schreibwerkstatt erschienen sind. «Wir wollten allen Autoren gerecht werden, die sich für die beiden Seiten des ,Straßenkreuzer‘ engagiert haben», sagte die Chefredakteurin des Magazins, Ilse Weiß, bei der Vorstellung des Buches im Zeitungscafé Hermann Kesten der Stadtbibliothek. Als Pflichtsammelbibliothek wird die Stadtbibliothek, das Buch (Auflage: 4000 Exemplare) in ihren Bestand aufnehmen. Damit sind die «Eigengewächse» weltweit in allen Bibliothekskatalogen nachgewiesen. Der Band ist aber nicht im Buchhandel erhältlich, sondern wird ausschließlich von den Verkäufern des «Straßenkreuzer» in Nürnberg, Fürth und Erlangen zum Preis von 7,30 Euro verkauft.
Einige von ihnen haben selbst Texte zu dem Buch beigesteuert. Bertram, der gemeinsam mit Carlos vor Kultureinrichtungen in Nürnberg und Fürth den «Straßenkreuzer» verkauft, liefert in gerade mal 16 Zeilen ein amüsantes Beispiel fränkischer Schlitzohrigkeit. Auch Carlo ist in dem Buch vertreten, mit kleinen Geschichten aus seinem Leben. «Dabei hat er anfangs geglaubt, er könne überhaupt nicht schreiben», erzählt Ilse Weiß.
Die Mitglieder der Schreibwerkstatt tragen ihre Texte mittlerweile auch in Lesungen vor. «Die Schreibwerkstatt ist ein offener Kreis unterschiedlicher Menschen, die sich sonst vielleicht nicht getroffen hätten», sagt Ilse Weiß. Ob jemand viel Geld habe oder wenig, spiele hier keine Rolle. Das bunt gemischte Team begeistert auch die 82jährige Emma Mayer. Für sie ist die Schreibwerkstatt ein Glücksfall und die beste Altersmedizin.

Uschi Aßfalg, Nürnberger Zeitung vom 12.9.08


Schreibwerkstatt des «Straßenkreuzers« veröffentlicht Buch

«Hat der Nürnberger Humor?« Antworten auf diese und andere Fragen gibt ein außergewöhnliches Büchlein mit amüsanten Gedichten und humorvollen Geschichten, das ab Freitag in Nürnberg zu erwerben ist: Alle Texte stammen von Autoren der Schreibwerkstatt des «Straßenkreuzers« – und die «Eigengewächse« werden auch ausschließlich von den Verkäufern des Sozialmagazins angeboten.
«Da treffe ich meine Donnerstagsfamilie«, sagt Bertram Sachs, der gerne knapp und treffend Begebenheiten wie den Besuch einer Ausstellung oder Erlebnisse auf der Straße schildert – und sich so seine Gedanken über die Welt und sich selbst macht. Dass er selbst einmal zur Feder greifen würde, hätte er sich früher nie träumen lassen. Bis ihn ein Freund zur Schreibwerkstatt mitnahm: «Du redest oft wie ein Buch«, hatte der ihm gesagt, «da macht es Dir vielleicht auch Spaß, etwas zu Papier zu bringen«.

Reiz liegt in der Vielfalt

Zu den wöchentlichen Treffen, die als Kreativforum für den «Straßenkreuzer« gedacht sind, kommen Jüngere und Ältere, Arme und Bessergestellte, «Normalos« und Außenseiter in wechselnder Besetzung. Viele von ihnen verdienen sich durch den Verkauf des Magazins wenigstens ein paar Euro nebenbei, manche sind inzwischen auch als Stadtführer aktiv. Die Mischung und Vielfalt machen den Reiz der Runde aus, betont «Straßenkreuzer«-Chefredakteurin Ilse Weiß. «Und wir haben immer etwas zu lachen.«
Zum Einstieg lockern Spiele wie etwa das Ausdenken eines Kurzromans zu einem Stichwort Zungen und Gehirnzellen – dann wird munter drauflos getextet, aber auch kritisiert. Weinerliche Wortkaskaden, in denen sich ein Verfasser nur den persönlichen Jammer von der Seele schreibt, sind eher verpönt. Statt dessen sollen – wie es auch die heiteren und oft nachdenklich stimmenden Beiträge von 18 Verfassern in dem Bändchen belegen – «authentische, schnörkellose« Texte die Leser fesseln, «mal hart am Kitsch, mal nah am Genialen«.

Liebevolle Gestaltung

Schon häufiger haben die Autoren ihre Texte bei Lesungen vorgetragen. «Da war ich am Anfang auch furchtbar nervös, und wir haben alles fünfmal geprobt«, erinnert sich Bertram Sachs. Längst hat er aber Routine und fühlt sich «trittsicher«. Die Beiträge für das erstmals produzierte Bändchen hat Martina Tischlinger ausgewählt und zusammengestellt – und dabei darauf geachtet, dass möglichst viele Werkstatt-Mitglieder darin vorkommen. Um den besonderen Wert zu unterstreichen, entschied sich das «Straßenkreuzer«-Team für eine sorgfältige Gestaltung mit einem leuchtend grünen Leineneinband und sogar einem Lesebändchen. Die Startauflage wurden 4000 Exemplare gedruckt; jedes kostet 7,30 Euro.
Zum Vergleich: Der «Straßenkreuzer« erscheint im Zweimonatsrhythmus in einer Auflage von durchschnittlich 20.000 Exemplaren. Von den insgesamt 50 Verkäuferinnen und Verkäufern haben inzwischen bereits fünf eine feste Anstellung.

Wolfgang Heilig-Achneck, Nürnberger Nachrichten vom 12.9.08


Happy End für Hao
Vietnamese darf bleiben - Erfolg für «Straßenkreuzer»

Eine «frohe Botschaft» zur rechten Zeit: Der 19 Jahre alte Vietnamese Nhat Hao Pham, der bisher in Deutschland nur geduldet war und jederzeit mit der Abschiebung rechnen musste, darf bleiben. Er bekam eine Aufenthaltserlaubnis und eine Lehrstelle im Theresien-Krankenhaus.
Neben Hao selbst haben viele dazu beigetragen, dass in der Stadt der Menschenrechte das Ausländerrecht nicht gnadenlos vollzogen wurde und ein junger Mann eine Chance bekommt, dem alle große Bereitschaft und Fähigkeit zur Integration bescheinigen. Oder fast alle: Die Ausländerbehörde blieb kraft Amtes bis ganz zuletzt äußerst kritisch.
Am Anfang stand eine Serie im Nürnberger Sozialmagazin «Straßenkreuzer», das unter dem Titel «wie geht‘s weiter» Menschen-Schicksale ein Jahr lang begleitet. Zuerst war es der AEG-Betriebsratsvorsitzende Harald Dix, nun der vietnamesische Flüchtling, der am 16. Oktober 2004 nach Nürnberg kam, also als so- genannter unbegleiteter minderjähriger Flüchtling.

Nur noch geduldet

Also solcher hatte er Anspruch auf Schul- und Berufsschulausbildung und auf besondere Zuwendung. Aber nicht auf einen gefestigten Aufenthaltsstatus. Sein Vormund und späterer Betreuer wurde Helmut Klier von der SOS-Kinder- und Jugendhilfe, einer Organisation des SOS-Kinderdorfs, in dessen Nürnberger Jugend-Wohngruppe Hao lebte, bis er 18 wurde.
Dann sind Geduldete als Erwachsene verpflichtet, in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben. Dort bekommen sie nur Sachleistungen, also etwa regelmäßig Essenspakete, und ein bisschen Taschengeld. Arbeiten dürfen sie nicht.
Hao hatte das Glück, von der Berufsfachschule Nürnberger Land in Lauf angenommen zu werden. Fachrichtung Koch, denn das war und ist sein Berufsziel. Das dauerte ein Jahr, dann war es mit der Sicherheit endgültig vorbei. Geduldete dürfen nicht arbeiten, also auch keine richtige Lehre machen, sie sind – so steht es in ihren Papieren – ausreisepflichtig und müssen alles tun, um ihre Ausreise zu beschleunigen. Alle drei Monate wird das überprüft – und nur jeweils maximal so lange reicht ihre Lebensperspektive.

Beste Beurteilungen

Schüler Hao bekam von seinen Lehrern und Kameraden(innen) nur beste Beurteilungen, und alle, die ihn kannten, wollten nicht verstehen, weshalb ihm die Fortsetzung der Ausbildung verweigert wurde. Aber da sind eben die Gesetze unerbittlich: Geduldete erhalten nur in seltensten Ausnahmefällen eine Arbeitserlaubnis.
Das alles war im «Straßenkreuzer» in bis dahin vier Ausgaben dokumentiert. Die Serie wäre aber vermutlich nicht zu einer Erfolgsstory geworden, hätte nicht die Fotografin Petra Simon – die Hao gemeinsam mit dem Autor der Serie (und dieses Artikels) begleitete – die Initiative ergriffen. Sie informierte OB Ulrich Maly und Stadtrechtsdirektor Hartmut Frommer – und beide sicherten zu, sich für den Vietnamesen einzusetzen. Frommer spielte dabei eine zentrale Rolle, denn er ist stellvertretender Leiter der bayerischen Härtefallkommission.
Dieses Gremium wurde im Rahmen des neuen Zuwanderungsrechts im Freistaat wie in allen anderen Bundesländern eingerichtet. Seine Aufgabe ist es, laut Gesetz, darüber zu beraten, «ob die Anwendung des geltenden Ausländerrechts in bestimmten Einzelfällen zu einer dringenden persönlichen oder humanitären Härte führt, die eine weiter Anwesenheit des Ausländers im Bundesgebiet erfordert». Frommer sah diese gegeben und brachte den «Härtefall Hao» in die Kommission ein.
Ob die zustimmt, hängt hauptsächlich vom Verhalten des Flüchtlings ab. Dieser muss, wie Frommer es ausdrückt, «Goldklümpchen sammeln». Hao brachte etliche zusammen: Seinen Fleiß und seine Integrationsbereitschaft, wie Frommer hervorhebt, außerdem die guten Beurteilungen durch Lehrer und Betreuer und vor allem durch die «Straßenkreuzer-Serie». Goldklümpchen hin oder her – ein Härtefall wird nur dann anerkannt, wenn auch der bayerische Innenminister seinen Segen gibt.
Die letzten ausländerrechtlichen Hürden erwiesen sich dann zwar doch größer als ursprünglich gedacht, doch das Happy End konnte sie nicht mehr gefährden. Innenminister Joachim Herrmann gab seine Zustimmung, Petra Simon hatte zuvor schon für Hao einen Praktikumsplatz in der Küche des Theresien-Krankenhauses gefunden, der automatisch mit dem «Ja» aus München in einen Ausbildungsplatz umgewandelt wurde. Die Bundesagentur für Arbeit gab die notwendige Zustimmung, Hao ist überglücklich, und Küchenchef Rainer Sonnauer freut sich über einen Azubi, der ihn durch seinen Fleiß und sein Engagement «angenehm überrascht» hat.

Herbert Fuehr, Nürnberger Nachrichten vom 20.11.2007


Das musikalische Gesicht der Subkultur
Alles außer Mainstream: Die neue Straßenkreuzer-CD ist da — Verkäufer profitieren

Wenn sich Klaus Schamberger und die Punk-Band „Rejected Youth“ auf ein und derselben CD wiederfinden kann das nur eines bedeuten: Die neue Straßenkreuzer-CD ist da! Offiziell vorgestellt wird sie am 3. November im Club der Musikzentrale.

Alle Jahre wieder beglückt eine neue Leistungsschau der regionalen Subkultur das Sammlerherz, nun schon zum sechsten Mal. Und wie immer ist es viel zu schade, sie einfach im CD-Regal verschwinden zu lassen. Schon allein, weil für jede Ausgabe ein berühmtes Cover der Musikgeschichte liebevoll von Verkäufern des Obdachlosen-Magazins „Der Straßenkreuzer“ nachgestellt wird. Diesmal ist „One Step Beyond“ von Madness dran, wie immer fotografiert von NN-Fotograf Michael Matejka.

Vertreten sind auf der Platte Bands aus der ganzen Metropolregion. Und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der trendige Szenegänger findet sich im ambitionierten Dance-Projekt „Wrongkong“ wieder, der Nostalgiker im nölenden Bob-Dylan-Sound von Doc Scholz und der Rasta-Lebemann im lässig aus dem Ärmel geschüttelten Dancehall-Reggae von „Uprisin’“. Das Vorwort kommt allerdings aus Augsburg: Der Journalist und Schriftsteller Franz Dobler erzählt von der Schande des sozialen Abstiegs.
Nicht alles muss gefallen. Das meint übrigens auch Martin Schano, der die CD gemeinsam mit Artur Engler zusammengestellt hat. Doch er sagt: „Wir sehen uns nicht als Qualitäts-, sondern als Szene-Filter.“ Gerade die Reibungen machen den Silberling spannend. Niemand wird ausgegrenzt — mal abgesehen vom Mainstream. In der Großraum-Disko wird eben nicht vom Ehrenmord gesungen, wie das die Band „Quantensprung“ macht. Einziges Dilemma: Wenn man keine fünf Ska-Punk-Bands auf einer CD haben möchte und trotz der 19 Zutaten noch ein schmackhaftes Gericht zaubern will, muss man fleißig Demos schickende Bands schon mal aufs nächste Jahr vertrösten. „Einige waren richtig sauer. Das tut mir immer wahnsinnig Leid“, meint Schano.
Wer sichergehen will, dass auch im nächsten Jahr wieder eine Straßenkreuzer-CD erscheint, besorgt sich den Silberling am Besten am Samstag, 3. November, im Muz-Club. Ab 21 Uhr wird dort mit den beteiligten Musikern und Straßenkreuzer-Verkäufern die Veröffentlichung gefeiert. Der Gostenhofer Liedermacher und Vollblut-Entertainer El Mago Masin spielt dabei mit seiner Band „Wildcamping“ fröhlich fränkelnden Ska-Punk und zeigt, dass in seinem Viertel der Freigeist pulsiert. „Loro Loco“ zaubern Latino-Feeling made in Fürth auf die Bühne und „Yucca” lassen mit Dance-Punkt, angetrieben von wilden Synthesizern, das Tanzbein kräftig zucken.
Wer diese Sause verpasst, wendet sich einfach an den Straßenkreuzer-Verkäufer seines Vertrauens und beschert ihm ein schönes Weihnachtsgeschenk: Vom Verkaufspreis von 13,50 Euro bekommt er sieben Euro. Aber Beeilung! Zuletzt waren die 1000 Exemplare immer schnell ausverkauft. „A subber CD“ eben, wie Comedian Matthias Egersdörfer im vergangenen Jahr prägnant zusammenfasste. Eine neue Chance gibt es aber mit Sicherheit im nächsten Jahr: „Wir hätten Ideen für zehn CDs“, so Schano.

Martin Müller, Nürnberger Nachrichten, 31.10.2007


Zeitungsartikel 'Billig kochen mit Rentner Jochen', Bild-Zeitung, 9.8.2007

Bild-Zeitung, 9.8.2007


Sparda-Stiftung zeichnet Preisträger aus
10 000 Euro für die Bildung

Die Gewinner des mit insgesamt 10 000 Euro dotierten SpardaZukunftspreises, der zum ersten Mal verliehen wird, sind: ein Projekt zur Sprachförderung, „Elterntraining“ von Kindergartenkindern und eine Metallwerkstatt. Der SpardaMedienpreis geht an das Nürnberger Sozialmagazin „Straßenkreuzer“. ... Eine Jury aus Journalisten hat den Gewinner des mit 3000 Euro dotierten SpardaMedienpreises für bürgerschaftliches Engagement ausgesucht: das Sozialmagazin „Straßenkreuzer“. Die Inhalte kommen von Journalisten und Fotografen, die ohne Honorar tätig werden. Verkauft wird es von armen und obdachlosen Menschen. Der Erwerb des „Straßenkreuzers“ ist aber keine bloße gute Tat, sondern auch lohnend — ausgezeichnet wurde auch seine hohe, lesenswerte Qualität. „Ehrenamtlichkeit ist nicht das Gegenteil von Professionalität“, sagte NZ-Chefredakteur Raimund Kirch in seiner Laudatio. Das Magazin sei außerdem viel mehr als nur unterhaltsam: „Ämter brauchen Begleitung und Arbeit durch — verzeihen Sie den Ausdruck — ehrenamtliche Nervensägen, wie der Straßenkreuzer eine ist und bleiben sollte.“

ng, Nürnberger Zeitung, 21.12.2006


Festanstellung für zwei „Straßenkreuzer“-Verkäufer
„Ein kleiner, mutiger Schritt“

Für Ilse Weiß, die Chefredakteurin des „Straßenkreuzer“, ist es „ein kleiner, aber auch mutiger Schritt“. Zum 1. Dezember hat der seit zwölf Jahren bestehende Verein Straßenkreuzer e.V. zwei seiner Verkäufer fest angestellt, ein Vorgang, der „sowohl Würde wie Selbstbewusstsein stärkt und zusätzlich eine Perspektive schaffen soll“.
Die Auswahl aus über 50 ehrenamtlichen Verkäufern gestaltete sich nicht einfach, so groß war das Interesse. Um an diesen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu kommen, mussten die Interessierten 400 Exemplare des Sozialmagazins im Monat an den Mann bringen. Denn 400 Exemplare müssen auch weiterhin jeden Monat mindestens verkauft werden, um eine Prämie von 140 Euro zu erhalten. Das Gehalt von 500 Euro ergibt sich demnach zu 360 Euro aus dem Heftverkauf — die Verkäufer behalten 90 Cent von jedem verkauften Heft als Gewinn - und 140 Euro Prämie.
Dabei soll, so Weiß, „kein riesiger Leistungsdruck aufbaut werden, vielmehr soll diese Marke alle anderen Verkäufer anstacheln“. Allein der finanzielle Anreiz genüge nicht, denn „Arbeitslosengeld II würde ungefähr genau soviel einbringen“.
Zur Auswahl standen sechs Personen, von denen jedoch nur zwei die Marke erreichten. Deshalb sind beim „Straßenkreuzer“ noch zwei weitere feste Stellen vakant, die in den nächsten Wochen vergeben werden sollen.
Reinhard Semtner (siehe Interview) verkauft seit Mitte 2000 den Straßenkreuzer in der Königstorpassage und hat eine eigene Verkaufsstrategie entwickelt: „Ich stehe einfach nur da, ganz ohne Animation.“ Was Semtner an seiner Tätigkeit besonders gefällt, ist der Kontakt mit den Menschen. „Es gibt sogar welche, die nachfragen, ob ich krank bin, wenn ich einmal nicht vor Ort sein sollte“, so der 66-Jährige zufrieden.
Obwohl der Frauenanteil bei den „Straßenkreuzer“-Verkäufern nur bei ungefähr 20 Prozent liegt, konnte Ingrid Gutmann den zweiten Arbeitsvertrag ergattern. Die 63-Jährige hat ihren Stammplatz vor dem U-Bahneingang beim Karstadt.
„Jeden Tag vor Ort zu sein, erfordert eine hohe Motivation. Doch ich habe mir eine Stammkundschaft aufgebaut, die will ich auch nicht wieder verlieren“, so die erfolgreiche „Straßenkreuzer“-Verkäuferin. Auffällig viele Frauen sind unter ihren Kunden, während „viele offensichtlich Reiche einfach vorbeigehen“.
In der Vorweihnachtszeit sind die Passanten insgesamt freigiebiger, dies weiß Gutmann aus eigener Erfahrung: „Als Weihnachtsausgabe könnte man auch ein leeres Blatt anbieten, die Menschen würden es kaufen.“ Deshalb soll im Dezember 2006 auch endlich die Schallmauer von 30 000 verkauften Heften einer Auflage durchbrochen werden.
Der Straßenkreuzer erscheint sechs Mal im Jahr mit einer Standardauflage von 20 000 Exemplaren. Der Verkauf erfolgt auf der Straße ausschließlich durch Menschen in sozialen Schwierigkeiten, die 90 Cent vom Verkaufspreis (1,60 Euro) als Gewinn behalten dürfen. Der Inhalt wird von einem Team aus ehrenamtlichen Journalisten erstellt und ist stets an ein Titelthema angelehnt. Seit gestern ist die auflagenstarke Weihnachtsausgabe mit dem Thema „Privatsphäre“ erhältlich.
Für Weiß wäre es wünschenswert, für die fest Angestellten so genannte Paten zu finden: „Beim Münchner Magazin ,Biss‘ klappt dies prima. Wenn auch hier Privatpersonen oder Firmen eine Patenschaft übernehmen würden, könnte diese für weitere Integration und einen zusätzlichen Schub sorgen. Gerade Jüngere würden dann wieder eine Perspektive sehen und vielleicht den Absprung in eine normale Tätigkeit schaffen.“

Thomas Susemihl in der Nürnberger Zeitung, 2.12.06


Reinhard Semtner ist fest angestellt
„Sehr viele Kunden haben mir gratuliert“

Reinhard Semtner hat es geschafft. Seit Dezember ist der Verkäufer des Straßenkreuzer „fest angestellt“. Warum er nach seiner Festanstellung weniger Geld zur Verfügung hat als vorher und deswegen nach wie vor auf regen Kundenzuspruch angewiesen ist, erklärt er im NZ-Gerspräch.

NZ: Herr Semtner, man kann ihnen ab sofort zu einem festen Arbeitsverhältnis gratulieren. Haben Sie jetzt ausgesorgt?
Semtner: Also ausgesorgt ist übertrieben formuliert. Zunächst muss ich ja jeden Monat 400 Hefte verkaufen. Dafür bekomme ich vom Verein monatlich 360 Euro und eine Prämie von 140 Euro, zusammen also 500 Euro. So lautet mein Arbeitsvertrag.
NZ: Hat sich denn am Arbeitsalltag etwas geändert?
Semtner: Nein, ich verkaufe genau so wie sonst, von morgens um neun bis um etwa halb fünf, jeden Tag. Ich werde ab sofort vielleicht sogar ein bisschen länger machen müssen. Meine Grundsicherung von 306 Euro wird mir im Dezember zum letzten Mal bezahlt. Die Prämie für 400 verkaufte Hefte beträgt 140 Euro, bei gleichbleibendem Erlös aus dem Heftverkauf. Die 360 Euro aus dem Verkauf habe ich ja zuvor auch schon erzielt. Also habe ich letztendlich durch die feste Stelle sogar 160 Euro weniger auf der Hand als vorher.
NZ: Sie werden aber doch sicher mehr als 400 Hefte verkaufen können?
Semtner: Natürlich, genau darin besteht ja die Möglichkeit, den Verlust wieder ein wenig abzupuffern: durch Eigeninitiative.
NZ: Geben sie doch mal eine optimistische Schätzung ab, wie viele Hefte sie im Dezember verkaufen werden.
Semtner: Den Dezember darf man natürlich nicht als Maßstab für alle Monate nehmen. Rund um Weihnachten geht das Geschäft immer besonders gut. Da wird ja auch die Auflage von 20 000 Stück auf 27 000 Stück aufgestockt. Deutlich schwieriger wird es dann ab Februar. Aber jetzt im Dezember hoffe ich schon, so an die 700 Hefte zu verkaufen.
NZ: Sie stehen ja immer in regem Kontakt zu ihrer Kundschaft. Sind Sie denn schon angesprochen worden?
Semtner: Sehr viele Kunden haben mir gratuliert. Auch viele Leute, die ich gar nicht näher kannte, die haben dann im vorübergehen den Daumen gehoben und mich angelächelt. Aus welchen Gründen auch immer sehen die alle das sehr positiv. Allerdings waren auch schon Leute bei mir, die jetzt ein wenig verunsichert sind. Die haben mich dann gefragt, ob es jetzt überhaupt noch Sinn macht, bei mir zu kaufen, weil ich jetzt ja einen „festen Job“ habe. Denen musste ich dann erklären, dass ich selbstverständlich weiterhin auf gute Umsätze angewiesen bin. Das gibt mir jetzt natürlich ein bisschen zu denken.
NZ: Abgesehen von der Prämie von 140 Euro hat sich ja eigentlich nicht viel geändert, oder?
Semtner: Naja, und ich verliere eben die Grundsicherung. Die Arge hatte sich schon bei mir gerührt, da war mein endgültiger Arbeitsvertrag noch nicht mal unterzeichnet. Das geht ziemlich schnell bei denen. Aber das ist mir jetzt egal, ich habe mich für diesen Schritt entschieden, auch wenn ich dafür finanzielle Nachteile in Kauf nehme.

Fragen: Sebastian Linstädt; Nürnberger Zeitung, 2.12.06


Mit über 60 einen Arbeitsvertrag
Premiere beim Straßenkreuzer: Zwei Verkäufer fest angestellt

Für zwei Verkäufer des Sozialmagazins „Straßenkreuzer“ bietet sich künftig eine sichere Lebensperspektive. Der Herausgeber-Verein stellt die beiden ab Dezember — unter großem finanziellen Risiko —fest an und versorgt sie mit einen regelmäßigen Einkommen. Zwei weitere Stellen können noch besetzt werden.
Für Reinhard Semtner beginnt noch einmal ein neues Kapitel im Leben. Seit sechs Jahren verkauft der 66-Jährige den Straßenkreuzer. Das Sozialmagazin erscheint sechs Mal im Jahr und wird von Journalisten ehrenamtlich geschrieben und vom Verein Straßenkreuzer herausgegeben. Semtner hat seinen Stammplatz am Eingang zur Königstorpassage in Nürnberg — und er hat seine Stammkunden, die ihm das Heft abkaufen und so sein Leben mitfinanzieren. Auch für Ingrid Gutmann bietet jede Ausgabe eine neue Chance, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sie steht vor dem Karstadt-Kaufhaus in der Königstraße, und auch die 63-Jährige kennen mittlerweile viele Passanten.
Beide Verkäufer bekommen nun vom Verein eine feste Anstellung, kündigt Vorstand Peter Meusch an. Für Reinhard Semtner und Ingrid Gutmann bedeutet dies vor allem: jeden Monat 500 Euro netto. Dafür müssen sie aber auch jeden Monat mindestens 400 Exemplare verkaufen, was 360 Euro einbringt. Der Verein schießt 140 Euro zu und zahlt die Sozialabgaben. „Pro Verkäufer kommen da im Jahr 5000 Euro zusammen“, erklärt Chefredakteurin Ilse Weiß. „Wir gehen damit ein großes finanzielles Risiko ein“, betont sie. „Doch wir bieten den Verkäufern eine neue Perspektive.“
Zwölf Jahre nach der Gründung des Magazins wagt sich der Verein also wieder einen Schritt weiter nach vorne. Auf Dauer gehe das ohne Paten nicht, heben Weiß und Meusch hervor. Daher richten sie auch den Appell an potenzielle Unterstützer, sich an dem Projekt zu beteiligen.
50 Verkäuferinnen (in der Minderheit) und Verkäufer bringen die Ausgaben unters Volk. 20 000 Hefte pro Auflage, die Weihnachtsausgabe hat eine Auflage von 27 000 Exemplaren. Die Verkäufer erwerben das Magazin für 70 Cent pro Heft und verkaufen es für 1,60 Euro. 90 Cent davon bleiben ihnen als Verdienst, plus Trinkgeld.
„Die wenigsten Helfer schaffen bisher die Vorgaben für eine Festanstellung“, räumt Meusch ein. Man wolle aber auch keinen Leistungsdruck aufbauen, wohl aber Anreize schaffen. Bei der ersten Bewerberrunde haben zwei die Testrunde bestanden. „Wir können aber noch zwei weitere Stellen besetzen“, sagt Weiß.
Für Reinhard Semtner und Ingrid Gutmann ist der Arbeitsvertrag eine Bestätigung ihrer jahrelangen Anstrengungen. „Die 400 Exemplare im Monat sind für mich kein Problem“, betont Semtner. Er steht regelmäßig an seinem Platz. Und wenn der Verkäufer einmal fehlt, fragen Stammkunden gleich in einem der Läden nach, ob er krank sei. „Ein Großteil meiner Kundschaft ist weiblich“, stellt der Verkäufer fest. Langweilig wird ihm selten, denn es gibt immer etwas zu quatschen.

Andreas Franke. Nürnberger Nachrichten, 16.11.06


Was ursprünglich als Werbegag für die Obdachlosenzeitung geplant war, feiert nun schon seine fünfte Auflage. Inzwischen ist es längst kein Problem mehr, Künstler für das Projekt zu gewinnen. Die Bands sehen in der Straßenkreuzer-CD eine gute Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen. Und der jeweilige CD-Verkäufer profitiert auch davon. Insofern wäscht eine Hand die andere.

Oliver Tubenauer im Heimatspiegel auf Bayern2 am 6.11.06


A subber Silberling

Ehre, wem Ehre gebührt! Und deshalb ist hier und jetzt eine Eloge fällig – auf das Team um Martin Schano und Artur Engler. Sie haben wieder einen Straßenkreuzer-Silberling herausgebracht, den inzwischen fünften, der die 13,50 Euro mehr als wert ist! (Und es ist klasse, dass dank Sponsoren sieben Euro bei den Sozialmagazin-Verkäufern hängen bleiben).
Das Tolle beginnt schon beim CD-Titel. NN-Fotograf Michael Matejka hat erneut das Cover eines erfolgreichen Pop-Albums mit Hilfe des Straßenkreuzer-Personals herrlich paraphrasiert: Nach Beatles, Pink Floyd oder AC/DC ist Robbie Williams und sein „Sing when you're winning«-Opus an der Reihe. Heißes Foto samt Mini-Pokal!
Die Zusammenstellung der 18 Songs von 18 höchst unterschiedlichen hiesigen Bands ist bestens gelungen: Dreckig-rotzig, irisch-folkig, gitarren-konzertant, rasta-beatig, homebasig, chill-out-spacig, zip-on-rockig, bar-jazzig, regionalexpressbluesig, brit-balladesk bis beatig, jazz-hip-hoppig, latinofidel, folk-rockig ... »A subber CD«, sagt Matthias Egersdörfer am Ende, der hintersinnig fränkelnd eine Klammer setzt. Recht hat er!

Jo Seuß, Nürnberger Stadtanzeiger, 1.11.06


Der obligatorische Blick auf das „Gutes-Getan-Konto“ auf der Weihnachtszielgeraden führt derzeit bei so manchem zu panischen Omas-über-die-Straße-helfen-Attacken. Gut Werk geht auch leichter: Mit dem Kauf der Straßenkreuzer-Kompilation unterstützt man die Obdachlosenselbsthilfe und erwirbt zugleich ein wunderbares Stück Musik.

Tom Kronau im Magazin PRINZ Nürnberg, Ausgabe 11/06


Das Sozialmagazin Straßenkreuzer, ins Leben gerufen, um Obdachlosen Mitbürgern Hilfestellung, Motivation und nicht zuletzt einen Job zu vermitteln, präsentiert zum inzwischen fünften Mal den Straßenkreuzer-CD-Sampler.

Auch dieses Mal finden sich auf der CD 19 fränkische Bands und Solokünstler, die größtenteils exklusive Stücke zur Verfügung stellten. Die Auflage beträgt 1.000 Stück und wie jedes Jahr startet der Verkauf mit einem Konzertabend, der am 3. November im Zentralcafé des K4 stattfindet. Live on Stage stehen hierbei der Comedy-Künstler Matthias Egersdörfer, die emporstrebenden My New Zoo - immerhin bereits zum Newcomer des Monats auf Bayern 3 gekürt - Sideshow Bop aus Weißenburg, Livin´ 4 und Green Apple Sea. Den Sampler gibt es exklusiv bei der Präsentation zum Sonderpreis von 10,- EUR, danach könnt ihr sie für 13,50 EUR bei ca. 50 Verkäufern im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen erwerben. Davon verdient der Verkäufer ganze sieben Euro, ein riesen Ding und eine tolle Sache gerade zur Weihnachtszeit. Zusätzlich supportet Ihr damit die lokale Musikszene, was ebenfalls aller Ehren wert ist. Damit Ihr genau wisst, welches Kleinod Ihr da in den Händen halten könnt, hier die auf der CD vertretenen Künstler:...

Stadtmagazin curt 11/06


Wer sich des öfteren auf Konzertabenden im Großraum Nürnberg tummelt, hat längst bemerkt, dass die regionalen Bühnen von einer höchst lebendigen Musikszene bespielt werden. Trotzdem: Wer die Songs der lokalen Lieblingsbands auf einem Silberling vereint sehen will, wird in den Plattenläden nicht fündig. Der "Straßenkreuzer" füllt die Lücke aus. Seit dem Jahr 2002 veröffentlicht das Sozialmagazin einmal im Jahr einen Sampler, auf dem die ganze Vielseitigkeit der fränkischen Musikszene deutlich wird. Erfahrene Blues-Recken treffen da auf rotznasige Nachwuchs-Punks, Techno-Beats auf schaurig-schön leidende Liedermacher. Und selbst wenn man alle Interpreten kennt (wozu man schon ein breakdancender Punk mit einem Hang zur Melancholie und einem Strohhalm im Mundwinkel sein müsste), lohnt sich die Anschaffung: Sämtliche Songs sind auf dem "Straßenkreuzer-Sampler" erstmals veröffentlicht. Wenn man eines der 1000 Exemplare ergattern kann, hält man also eine echte Rarität in den Händen. (...) Zur Erkenntnis, dass es vielleicht doch noch ein paar Szenen zu entdecken gibt, taugt sie allemal.

Martin Müller, Nürnberger Nachrichten, 30.10.2006


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Straßenkreuzer e.V.
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